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Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die man sich nicht ausdenken kann

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Es ist kurios, heut ist der Geburtstag unserer feige ermordeten Tochter, der Täter lebt noch, natürlich bisher unerkannt.

Ich bin kein Friedhofsgänger! Ich gedenke still und hasse die öffentlichen Auftritte, diesen Teil überlasse ich meiner Frau. Nicht oft in meinem Leben habe ich Totenfeiern besucht, wenn ich es nicht unbedingt musste, Friedhöfe mehr, aber meistens nur aus historischer Sicht.

Stille; Beschaulichkeit, Monumente, wie z.B. auf dem größten Waldfriedhof in Hamburg, dem Ohlendorf Friedhof. Auch wir hatten einen Friedhof in unserem Dorf, einen Gemeindefriedhof, dort befanden dich die Gräber meiner Großeltern väterlicherseits, die meiner Eltern und dörflicher Honorationen, wie die der Familie von Sandersleben.

Als unser Dorf 1945 von der Roten Armee befreit wurde floh die alte Frau und letzte Schlossbesitzerin mit einem Flüchtlingstrck und einigen Habseligkeiten in Richtung Westen. Weit ist sie nicht gekommen und starb an den Strapazen. Sie war bestimmt keine Kriegsverbrecherin aber die russische Besatzungsmacht kannte keine Gnade, Gutsbesitzer, Kulaken, ihre Beerdigung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter Bewachung der Roten Armee in einer Friedhofsecke statt, so erzähle es mir später eine alte Frau, die das Grab bis zu ihrem Tode pflegte.

Wir hatten auch einen Friedhofswärter, der regelmäßig am Abend das Tor verschloss und auch sonst sich um Ordnung und Sauberkeit bemühte.

Ich war in Grabpflege ungeübt und so half ich ihm einmal dabei einen alten Grabstein mit einer Karre zu transportieren, man kann sowas ja nur, wenn man es übt, sang in einem seiner Lieder Reinhardt Mey. Ich jedenfalls hatte keine Übung und der Grabstein fiel auf den Zeh unseres Friedhofswärters, der daraufhin einige Tage krank geschrieben war und mich fortan mit seinem plattgedrückten Zeh mied und ich den Friedhof.

Ich habe ein Friedhofstrauma!!