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Mein Wort zum Mittwoch – Mülltag

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Heute ist wieder die Müllabfuhr im Anmarsch, ich beziehe das nicht nur auf den Hausmüll sondern auch auf den Müll, mit dem wir jeden Tag in allen Medien übergossen werden.

Ich erinnere mich noch an das an das große Hochwasser, was unsere Gegend und unser Dorf 1970 heimsuchte, man war vorgewarnt und es heulten keine Sirenen, obwohl sie gut funktionierten. In Usti in der damaligen CSSR hatte man die Schleusen gezogen und die einzige Brücke, die unser Dorf mit der Stadt verband, war bis an die Schlussteine der Bögen mit Wasser gefüllt, ein reißender der Fluss. Ich war junger Volkspolizist, gerade mal einige Tage war ich von der NVA zurückgekehrt, mein freier Tag eigentlich, kein Grund nicht zu helfen.

Auf der anderen Seite der Straße, eigentlich ein kleiner Bach, der am Haus meiner Tante vorbeiführte, er war zum reißen den Strom geworden, ihr Haus stand unter Wasser bis an die Kellerdecke, die Brücke die über den Bach führte war nicht mehr zu sehen und die Häuser weiter unten waren überschwemmt einschließlich des Schweizerhof, den es heute nicht mehr gibt.

Vor Jahren hatte die LPG weiter oben den Bach durch eine Sperrmauer abgeriegelt, um die umliegenden Felder bewässern zu können, die Mauer hatte den Wasserfluten nicht standgehalten und war gebrochen und so ergossen sich die Wassermassen ungehindert ins Tal in die Mandau, die schon weit über dem Normalpegel gefüllt war.

Keiner musste nach Hilfe gefragt werden, alle halfen so gut sie es konnten, schlimmeres zu verhindern, keine fragte ob derjenige Walter Ulbricht liebte oder nicht, es wurde geholfen.

Das was ich in den letzten Tagen in den Medien zu lesen bekomme mach mich nicht nur traurig, es macht mich wütend, die Ideologisierung jedweder Sache in diesem Land kennt keine Grenzen mehr, sie ist schlimmer als das was ich in vierzig Jahren in der DDR kennengelernt habe.

Ideologische Differenzen gab es in der DDR, aber diese Differenzen verblassten über Sachthemen und ihren Lösungen, was wir zur Zeit erleben ist eine Gesellschaft in absoluter Dekadenz, wenn jemand Hilfe ablehnt, nur weil man ideologisch nicht auf der gleichen Welle schwimmt und Bürgerwohl der Ideologie unterordnet, diese Gesellschaft kann man nicht mehr als eine solche klassifizieren und schon gar nicht als gesund.

Ein alter Rechtsgrundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“, in kleineren weit abgelegenen Gebieten gilt er noch, als Staatsprinzip hat man ihn abgeschafft, die Bilder der letzten Tage sprechen eine eindeutige Sprache, besonders in der Politik dominiert der Eigennutz einer kleine Clique, die gar keinen Gemeinsinn unter ihren Bürgern sehen will und scheinheilig hantiert man, wenn es in ihrem Interesse ist, mit dem Begriff der Solidarität der ihnen selbst zutiefst fremd ist.

Ich will es nicht länger ausweiten, aber eins noch zum Schluss.

Gestern hat sich meine Schwiegermutter aus Angst und Propaganda, nicht aus Solidarität, gegen Coronvirus impfen lassen, mit Moderna versteht sich, denn den hat Präsident Biden ja in den letzten Tagen an Guatemala gespendet.

Das Ergebnis, sie ist krank mit allen Symptomen die prognostiziert wurden. In unserer Familie gab es noch keinen Coronafall, jetzt haben wir einen, ob die anderen Familienmitglieder durch Schaden klug werden ist zu bezweifeln, aus Solidarität halte ich schon Jahre Abstand, nicht nur wegen den Virus!