Mein Wort zum Mittwoch – Wo mich hier in Guatemala der Schuh am meisten drueckt

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Stellte ich doch am Montag fest, dass unsere Stromrechnung ueberproportional angewachsen war, zuerst konnte ich mir nicht erklaeren warum,keine neuen Anschaffungen, keine Aenderung der Gewohnheiten, besonders luxerious leben wir nicht.

Als Oberhaupt der Familie und Finanzminister muss man die Kosten im Auge behalten.

Den Kuehlschrank hatte ich nicht im Auge behalten, eigentlich Sache meiner Frau, aber Frauen sind Frauen, zu einen weitergehenden Kommentar lasse ich mich nicht hinreissen und das aus gutem Grunde.

Die Frauenquote in meiner Familie mit 66 % ist besser als im deutschen Bundestag und so muss ich mir die Kritik der SPD nicht zu Herzen nehmen.

Nicht die Frauen waren Schuld am hohen Stromverbrauch, sondern der Kuehlschrank, der lief und lief und lief und trotzdem war mein Bier nicht kalt.

Vier Jahre ist das gute Stueck alt, jetzt versagte er uns seine Dienste. Mehr als 30 Grad und ohne Kuehlschrank fuer mich ein Problem und so machte ich mich daran zu erkunden wo es einen Service gibt und wo man ein bestimmtes Bauteil bekommen kann.

Im Dorf ist das ein ein Problem, da gibt es Leute die lautstark erklaeren ich kann das, nach 18 Jahren weiss ich es besser.

Die Verkaufsstelle, in der ich das gute Stueck gekauft hatte half mir nicht weiter, wir haben keinen Mechaniker, war die Antwort. Nun bin ich ja von Haus aus Handwerker und habe selbst Kundendienst gemacht, aber was nuetzt das alles, wenn es keine Ersatzteile gibt, in Deutschland oder in den USA kein Problem, Guatemala ist nur Absatzmarkt fuer Neugeraete, ganz kleingeschrieben ist der Service. Die Alternative ist, alles doppelt zu kaufen, um wenigstens im Notfall eins davon als Ersatzteilspender zu verwenden.

So bemuehe ich schon seit drei Tagen, die einschlaegigen Servicewerkstaetten in Guatemals mit meinen Nachrichten zu bombardieren, aber selbst meine detailierten Geraeteangaben reichten offensichtlich nicht aus um das benoetigte Bauteil zu lokalisieren, obwohl die Marke meines Kuehlschranks eine der meistverkauften in ganz Zentralamerika ist, vielleicht sollte ich die Marke wechseln.

Guatemala ist einzig, selbst fuer Samsung und LG gibt es Servicezentren, Mexiko ist naeher, aber Service gibt es nicht, zumindestens nicht in Guatemala, wuerde ich in der Dominikanischen Republik oder in Honduras wohnen waere das eine andere Sache, wie ich im Internet festgestellt habe, die Guatemalteken lieben die Mexikaner nicht und umgekehrt, alles hat seine Geschichte.

Frueher haette ich mich aufgeregt, heute nehme ich es gelassen hin, vielleicht nehme ich mir zwei Tage Zeit um einen Ausflug nach der Hauptstadt zu machen, bestimmt finde ich ein passendes Teil.

Irgendwie erinnert mich die Sache an ein Ereignis das viele Jahre zurueck liegt. Der Kanzler der deutschen Botschaft in Guatemala hatte in seiner Residenz eine Waschmaschine von Bosch, deutsche Ware gute Ware, er hatte sie aus Deutschland mitgebracht.

Eines Tages sprach er mich an und erklaerte mir seine Waschmaschine sei kaputt, aber hier in Guatemala niemand kann sie reparieren, versuchen kann man es, dachte ich mir uns so besuchte ich ihn in seinem Haus.

Nach einer kurzen Untersuchung, ich war mir sicher, die Eingangsplatine fuer die Netzspannung war defekt, eine Schmorstelle, Loetkolben und Zinn hatte ich eingepackt und so beseitigte ich das Uebel und siehe da, die Maschine lief wieder, von seinem Geld haette er sich eine neu kaufen koennen, aber eine deutsche Waschmaschine ist eine Deutsche. Fuer ihn war die Reparatur billig, seine Frau war gluecklich und ich hatte einige Zeit einen Job in der Botschaft.

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