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Gedanken zum Donnerstag – Eine Woche ohne Wasser – Thoughts on Thursday-a week without water

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Wasser

Ohne Wasser merkt euch das, waehr unsre Welt ein leeres Fass, singt Fallstaff, na dann Prost, wir koennen hier ein Lied davon singen.

Wieder, wie viele Male im Jahr, gibt es in unserem Dorf kein Wasser, die Pumpe hat den Geist aufgegeben. Weiss der Teufel warum, man kann sich nicht darauf einstellen, ploetzlich und unerwartet versiegt das kuehle Nass und niemand weiss wie lange das wieder dauern wird.

Vorigen Freitag war es wieder soweit und wie durch ein Wunder waren auch unsere Behaeltnisse fast alle leer. Es kommt immer im ungeeigneten Moment, aber wann ist schon ein geeigneter Moment. Am Sonnabend tat sich natuerlich nichts, Informationen der Gemeindeverwaltung Fehlanzeige, trotz Internet und Facebook, wie immer laufen hier die Informationen in den altbekannten Kanaelen von Mund zu Mund und gefaerbt mit allen moeglichen Spekulationen. Anderenorts wuerden die Buerger dem Buergemeister die Hoelle heiss machen, Guatemalteken sind geduldig wie die Esel, aber auch genauso stoerrisch.

Vor vier Jahren waehre das fuer mich kein Problem gewesen, wir hatten uns selbst einen Brunnen gegraben, 20 Meter tief und holten das Wasser mit Eimern nach oben, das war anstrengend aber fuer die Gesundheit gut. Im Ernstfall konnten wir anderen helfen, heute leben wir im Dorf und einen Brunnen zu graben habe ich einfach keine Lust, zugegeben eine Dummheit, aber man ist ja nicht mehr der juengste.

Kurz und gut, Hoffnung ist truegerisch und um allen familieaeren Streitigkeiten aus dem Wege zu gehen habe ich kurzerhand meine Frau zu unserer Tochter in die Hauptstadt geschickt, allein laesst sich Elend besser ertragen, ich habe ja nur meine Katzen und mich zu versorgen.

Fuer meinen Kaffee am Morgen reichten die wenige Liter, aufgewaschen wurde nur das noetigste und so ging es bis zum Mittwoch, gluecklicherweise versorgte mir ein Freund einige Eimer mit Wasser aus einer nahegelegenen Tankstelle, Bier gibt es in jeden kleinen Laden, und zum Schreiben braucht man kein Wasser, Bier ist besser.

Endlich Mittwoch in der Nacht regnete es, das war eine guenstige Gelegenheit meine Behaeltnisse aufzufuellen, eine schoene Dusche ist was Wert. Nun hat man uns versprochen, dass es Freitag wahrscheinlich wieder Wasser gibt, aber es gibt viele Freitage im Jahr und hier gilt nicht der Grundsatz, ein Mann ein Wort, sicher kann man sich nicht sein.

Ich gebe jedenfalls die Hoffnung nicht auf, zumindest dass es heute Abend wieder regnet, was aber genauso eine Illusion sein kann wie der Glaube, dass Morgen die Wasserversorgung wieder funktioniert. Auf Ueberraschungen muss man hier immer gefasst sein.

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