Schlagwort-Archive: Julian Reichelt

Mein Wort zum Mittwoch – Mathias Döpfner jetzt im Fadenkreuz

Standard

Wie konnte es anders sein, jetzt stürzt sich der Spiegel auf Döpfner. Eine kleine Rückbesinnung auf das Jahr 2019.

Das Interview mit der NZZ gab er vor der letzten Bilderberger -Tagung und das war nicht sehr schmeichelhaft für den deutschen Journalismus.

Eine Tour d’Horizon: Von der Verantwortung des Journalisten in der Gesellschaft, der Abhängigkeit der Medien von Google über die allgemeine politische Situation in Deutschland bis hin zum Fall Relotius, wurde Döpfner befragt.

Überraschendes kam dabei wenig heraus, wenn man mal davon absieht, dass Döpfners Ende der 90er-Jahre, als er Chefredaktor der konservativen «Welt» wurde, eine geheime Wahl unter den Redaktoren veranstalten liess, die eine absolute Mehrheit für Rot-Grün ergeben hätte. «Das Ergebnis hat mich sehr überrascht», so Döpfner gegenüber der NZZ. Wie er Gegensteuer gäbe, wird er gefragt. Sein Ziel sei es nicht, junge Leute auf irgendeine politische Linie zu bringen, das wäre ja furchtbar, führt der Herr über «Bild», «Welt», «N24» und viele weitere Medienerzeugnisse aus. Neugier auf die Wirklichkeit sei der wichtigste Leitsatz in der Springer-Journalistenakademie.

Deutsche Journalisten seien also dem linksliberalen Meinungsspektrum zuzurechnen. Auch bei Springer. «Wenn Medien politische Positionen der Bevölkerung so verzerrt repräsentieren, führt das auf Dauer zu einer Entkopplung», beschreibt Döpfner die Gefahr für die Glaubwürdigkeit der Medien. 

Wundert sich noch jemand, das man nach dem Rausschmiß Reichelts jetzt auf ihm herumgehackt wird!

Bei Springer heißt es jetzt zurück in die Vergangenheit!

Im Nachschlag noch das Schmankerl der NZZ von heute:

Stattdessen beschwert er( Döpfner) sich, dass seine private Textnachricht an die «New York Times» durchgestochen wurde. Das ist lustig, weil die «Bild»-Zeitung regelmässig private Textnachrichten von Prominenten oder Politikern veröffentlicht. Aus dem Zusammenhang gerissen sei das Zitat, sagt Döpfner. Auch das tönt schräg, denn Zitate aus dem Zusammenhang zu lösen, zählt zum Repertoire des Boulevard-Journalismus, mit dem der Axel-Springer-Verlag zur einflussreichsten Medienmarke im deutschsprachigen Raum wurde. Diese Macht ist Julian Reichelt zu Kopf gestiegen und möglicherweise auch Mathias Döpfner. Europas wichtigster Verleger ist angeschlagen, und das ausgerechnet in der Stunde seines grössten Triumphes.

Lassen Sie den Zirkus auf sich wirken!!