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Experimente, Experimente, aber keine Loesungen

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Da kommen doch die Gruenen auf glorreiche Ideen, 30 Stunden Woche, aber wofuer?

Die Not macht erfinderisch, wenn auch die Idee nicht neu ist und geklaut. 30 Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, da duerften Zweifel berechtigt sein. Angesichts der wirtschaftlichen Situation in Deutschland scheint es eher darum zu gehen die Arbeitslosenzahlen und die Kurzarbeiter aus der Statistik zu eliminieren und sich an positiven Zahlen zu ergoetzen.

Noch sind wir wirtschaftlich noch lange nicht im Aufwind, wir stehen vor einem heissen Herbst, der uns noch einige Ueberraschungen bescheren wird und so ist es sicher, dass ein Teil der Betriebe, der schon vor der Krise muehsam sich finanziell ueber Wasser gehalten hat, dem Untergang entgegen geht. Die Gruende sind vielfaeltig, die lockere Geldpolitik der EZB hat ihren Beitrag dazu geleistet, dass sie am Abgrund stehen, aber auch politische Entscheidungen bei der lockeren Kreditvergabe sind dafuer verantwortlich.

30 Stunden-Woche, eine Errungenschaft des Arbeitskampfes waere es nicht, eher ein staatlicher Eingriff in den Arbeitsmarkt, der eher die wirtschaftlichen Probleme verschaerfen wuerde, als sie zu beseitigen. Staatliche Eingriffe in den privaten Wirtschaftsbereich sind ein heisses Eisen und mit Privatwirtschaft und freiem Markt schwer zu vereinbaren.

Der Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens entscheidet sich auf dem kapitalistischen Markt durch Angebot und Nachfrage, der Unternehmer traegt das volle Risiko fuer seine Entscheidungen, der Staat nimmt sie ihm nicht ab, aber an der Fruechten naehrt er sich gern.

Ist die 30 Stunden-Woche ein Ergebnis gestiegener Rentabilitaet im Durchschnitt der Volkswirtschaft, man kann es mit einem klaren Nein beantworten, Beantworten wir es mit diesem Nein, ist die Idee in Krisenzeiten wirtschaftlicher Unfug.

Geringere Produktion bei konstanter Beschäftigung

Christoph Schröder

Christoph Schröder

Senior Researcher für Einkommenspolitik, Arbeitszeiten und -kosten

Ist also alles gut? Nein, denn mit Blick auf die Lohnstückkosten zeigt sich, dass die deutschen Betriebe weit mehr unter Druck stehen, als es die Zahlen zeigen – dabei sind die Auswirkungen der Corona-Krise noch nicht einmal berücksichtigt.

Bereits im Jahr 2019 brach in Deutschland die Nachfrage deutlich ein. Da die Industrie bei geringerer Produktion ihre Beschäftigung annähernd konstant hielt, gab die Produktivität je Stunde um vier Prozent nach, sodass sich die Lohnstückkosten auch bei dem scheinbar moderaten Arbeitskostenanstieg um mehr als sechs Prozent erhöhten. Im internationalen Kostenwettbewerb verschlechterte Deutschland damit seine Position, denn im Euroraum und in den USA stiegen die Lohnstückkosten jeweils nur um drei Prozent.

Der Gedanke dahinter, machen wir aus einem Arbeitsplatz zwei und somit sinkt die Arbeitslosenquote, Kurzarbeiter kommen in der Arbeitsprozess zurueck, die Sozialkassen werden entlastet, wer aber muss den Guertel enger schnallen?

Wer glaubt in dieser Situation an vollen Lohnausgleich, das ist geradezu irrwitzig.

So loest man keine Krisenprobleme, so schafft man neue.