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Draghis Erbe und das Bundesverdienstkreuz

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bandicam 2020-01-31 11-05-42-402

Der Umgang mit dem Erbe des Ex EZB-Chefs Mario Draghy ist umstritten, umstritten ist auch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch den Bundespräsidenten, so wie die Begründung Steinmeier lautet, für hervorragende Verdienste um Europa, da muss man ihm zustimmen, aber dann hätte eher die EU-Kommissarin ihm einen Orden verleihen müssen und nicht der deutsche Bundespräsident.

Was hat er eigentlich getan, dass die einen ihn hassen, aber auch die anderen ihn nicht lieben?

Die EU-Fanatiker und Euro-Liebhaber für die war Draghi ein Glücksfall, denn ohne ihn und seine EZB-Politik gäbe es den Euro vielleicht schon nicht mehr, er hat den Umverteilungsmechanismus in der Eurozone nicht nur am Leben gehalten, sondern perfektioniert, marode Länder, Banken und Betriebe am Leben erhalten.

Ohne sein Schuldenaufkaufsprogramm, wo stände die Europäische Union heute. Künstlich hat er den Euro auf niedrigem Niveau stabilisiert, obwohl der Euro eigentlich auch und vor allem durch Deutschlands Wirtschaftswachstum um mehr als ein Drittel unterbewertet ist. Des einen Freud ist des anderen Leid, so hat er der deutschen Exportwirtschaft einen Dienst erwiesen und den Motor im Interesse der EU-Mitglieder am Laufen gehalten, Deutschland wiederum, hat das erwirtschaftete Geld nicht im Inland investiert, sondern so solidarisch in das marode Wirtschaftssystem in anderen EU Ländern in Form von Krediten investiert, Geld was wir vielleicht nie wiedersehen werden.

Machen wir uns nichts vor, verdient wurde in Deutschland trotzdem, die jährlichen Zahlen der Bundesbank beweisen es, schließlich wurde ja auch getilgt und Zinsen gezahlt. Von der einen Tasche in die andere, Tilgungen von Krediten durch neue Kredite, der Krug geht so lange zu Wasser bis er bricht, sagt man im Volksmund.

Die Zinsen waren eines seiner Handwerkszeuge und er hat sie bis zum Aeussersten genutzt um der europäischen Wirtschaft neuen Schwung zu verleihen inzwischen sind wir bei Minuszinsen angelangt, aber Wirtschaftswachstum, die Hoffnung darauf hat sich verflüchtigt und Deutschland liegt gerade einmal noch bei 1 %, eine der stärksten Volkswirtschaften in der EU.

Runter kann man mit den Zinsen nicht weiter gehen, rauf ist fast unmöglich, dann sterben nicht nur die maroden Betriebe und Banken sondern auch relativ gesunde und die europäischen Volkswirtschaften, die schon immer am Tropf hingen und die Zeit nicht genutzt haben um wettbewerbsfähiger zu werden, würden noch weiter zurückfallen. Draghi hat ohne Zweifel viel für den Erhalt der EU getan.

Inzwischen stecken wir in eine Krise, nicht nur ökonomisch, sondern auch politisch. Das Wirtschaftswachstum sinkt, die Ausgaben steigen dank Brexit, Flüchtlingskrise und eine ziemlich übertriebenen Klimapolitik. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt zeigen wir stolz auf die schwarze Null und erzählen dem ahnungslosen Bürger es gibt keine Neuverschuldung.

Allerdings hier werden jemandem die Augen verkleistert, denn wenn das Bruttoinlandsprodukt wächst, wird trotzdem verschuldet, 3 % von 500 Milliarden sind 15 Milliarden und 3 % von 750 Milliarden sind 22,5 Milliarden, wir können uns als 7,5 Milliarden mehr an Krediten erlauben ohne die 3 % Grenze zu überschreiten, exakt das ist unsere schwarze Null.

Genau das Gegenteil passiert, wenn das Wachstum sinkt und gerade in dieser Phase sind wir heute.

Die Europa-Gegner haben Wasser auf de Mühle, die Sozialausgaben steigen, keine Zinsen auf Sparguthaben und Entwertung, Abbau von Sozialleistungen für die eigenen Bürger, Abgabenlasten steigen weiter und weiter, Rüstungsausgaben sollen steigen und auch die Europäische Union verlangt mehr Geld für den European Green Deal und den Ausgleich für den Austritt der Briten aus der EU.

Nicht nur die neue EZB-Chefin ist zu bedauern, vor allem muss man die Bürger bedauern, denn sie sind die eigentlichen Leidtragenden dieses Dramas, welches einige Wenige angerichtet haben.

Fuer die Bürger war Draghi kein Segen und auch die neue EZB-Chefin wird es für sie nicht sein, sie sehen das Bundesverdienstkreuz in einem anderen Licht als unser Bundespräsident.