Schlagwort-Archive: Boris Reitschuster

Apropos Boris Reitschuster

Standard

Wenn man heute kritische Stimmen von Journalisten in Deutschland sucht, Boris Reitschuster ist eine sichere Adresse.

Jahrelang Korrespondent in Moskau und Russlandkritiker, er hatte seinen Platz im Feindbild der deutschen Außenpolitik, jetzt ist er freier Journalist und bis vor kurzem war er Einzelkämpfer.

Vor wenigen Tagen präsentierte er sich in neuem Gewand „Team Reitschuster“, vom Einzelkämpfer zum Teamchef. Seit geraumer Zeit beobachtet man ihn argwöhnisch, nicht nur von den regierungstreuen Medien, sondern auch im Kanzleramt, ein Achtungszeichen setzte Seibert in der Bundespressekonferenz, in dem er erwähnte er ist auch inzwischen Frühstückslektüre der Bundeskanzlerin.

Gewundert habe sicherlich nicht nur ich mich, als er verkündete, dass er zur Bundepressekonferenz zugelassen ist, sicherlich waren dass noch die Vorschußlorbeeren aus seiner vorherigen Tätigkeit, die da eine Rolle gespielt haben und die Hoffnung, es möge zum Segen der Bundesregierung sein und ein Gegenpol vielleicht zu den unbequemen Fragen des RT-Reporters, die vom Bundespressesprecher selten mit einer zufriedenstellenden Antwort versehen wurden.

Hoffnung ist trügerisch, neben gutem handwerklichen Können, Hartnäckigkeit, Selbstsicherheit, Reitschuster hat auch gesunden Menschenverstand. Das kommt nicht gut an, nicht bei der Bundesregierung und nicht bei den gleichgeschalteten deutschen Medien und ihren Protagonisten, wenn er den Finger auf eine offene Wunde legt.

Wenn er weiter über Russland schreiben würde, wie er es einst tat, der Kanzlersegen würde über ihm schweben, das er die Bundesregierung und ihre Politik kritisiert und an den wunden Stellen bohrt und bohrt und damit auch noch Erfolg hat erstaunt nicht nur, sondern wird mit steigendem Argwohn betrachtet, wärend sein inzwischen zahlreich gewordenes Lesepublikum jubelt.

Frei, unabhängig, ideologiefrei, so bezeichnet er sich selbst, wie zu erwarten, man bläst zum Sturm, die Kanzlerin und ihr Sprachrohr Seibert haben grünes Licht gegeben, die Süddeutsche Zeitung setzt heute Akzente und macht ihn öffentlich zum Verschwörungstheoretiker.

Ein Schuss vor den Bug, ich bin sicher, es wird nicht der letzte sein.

„Der Widerspenstigen Zähmung“ ist ein Theaterstück von William Shakespeare, „Des Widerspenstigen Zähmung“ dürfte der Titel des neuen deutschen Theaterstückes sein, dessen Drehbuch gerade im Kanzleramt geschrieben wird, ob es so endet, wie bei Shakespeare?

Auf der Fahrt sagt Petruchio zur Mittagszeit, wie hell der Mond scheine; als Katharina erwidert, die Sonne scheine, weigert er sich, die Fahrt fortzusetzen, bis Katharina zugebe, dass es der Mond sei. Schließlich gibt Katharina nach, worauf Petruchio behauptet, es sei die Sonne.“

Unterstützt den Widerspenstigen!