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Wahre Geschichten aus der DDR XXXIV – Die Vogelspinne in der Bananenkiste – True Stories from the GDR XXXIII-the bird spider in the banana box

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bandicam 2018-02-20 10-38-40-534.jpgEs ist nicht die erste Meldung dieser Art, die durch die Presse geht, Spinnen in einer Bananenkiste, eigentlich nicht ungewoehnliches, aber in Deutschland schon Grund fuer eine Meldung. Bananestauden sind ein beliebter Ort, fuer diese Tierart und auch fuer Schlangen. Hier in Guatemala gilt dem besondere Beachtung zu schenken, wenn man in einer Bananenplantage arbeitet, ich kenne das aus eigenem Erleben, aber so neu war es fuer mich nicht, als ich hier in der Landwirtschaft arbeitete, Unfaelle sind eigentlich selten.

Die Meldung heute, ueber ein Handteller grosse Spinne in einem Supermarkt in Goerlitz erinnerte mich an meine ersten Lebensjahre in der DDR. Meine Eltern hatten seit 1932 in unserem Ort ein Geschaeft, nicht nur Lebensmittel, sondern auch Farben, eigentlich alles was im Dorf so gebraucht wurde. In den fuenfziger Jahren gab es auch manchmal schon Bananen, entgegen den Vorstellungen im westlichen Teil Deutschlands, die Grenzen waren noch offen und was der staatliche Handel nicht schaffte, meine Mutter war sehr ruehrig und so schickte uns mein Onkel, eigentlich war es mein Taufpate ab und zu Suedfruechte, er Betrieb in Dresden-Neustadt einen Gemuesegrosshandel, aber das ist eine eigene Geschichte.

Die Bananenstauden waren in laenglichen Holzkisten verpackt und per Schiff aus Suedamerika importiert. So ueberlebten auch Vogelspinnen in Kuehlcontainern den Transport.Vogelspinne Ich bin kein Spinnenliebhaber, es ist einfach etwas ungewohntes, bedrohliches, was von ihnen ausgeht und sie sind giftig, die Vogelspinnen. Ich kann mir den guten Mann im Supermarkt gut vorstellen, als er da soetwas schwarzes, Handteller grosses entdeckte. Meinen Eltern und mir passierte in der Vergangenheit das Gleiche. Eines Tages lieferte man uns zwei Bananenkisten an, dicht verschlossen. Bananen waren eigenlich Mangelwahre und darum fuer unsere Kunden etwas Besonderes, ganz zum Leidwesen der mit uns konkurrierenden staatlichen Handelseinrichtungen in unserem Dorf. Mein Vater oeffnete nichtsahnend die erste Kiste mit einem Brecheisen auf den ersten Blick schien alles normal, die Staude war in Papier eingepackt und leicht schimmerte das Gelb der Frucht hindurch, bisher hatte ich so, viellecht etwas noch nicht gesehen, ich war ja gerade mal im zarten Alter von 5 Jahren.

Moeglicherweise durch die Waerme, wurde da etwas aktiv und als mein Vater das Papier zurueck schlug, bewegte sich da etwas schwarzes mit zottigen Beinen, ich fand das Tier riesig. mein Vater schlug den Deckel der Kiste zu und rief irgendwo in der Stadt an, ich denke es war die Feuerwehr, die dann auch folgerichtig erschien und den ungebetenen Gast entfernte. Wie wir spaeter erfuhren war es wirklich eine giftige Vogelspinnenart. Soweit ich mich erinnere, war es das einzige Mal, gerade Heute beim lesen der Meldung aus Goerlitz kehrte die Erinnerung an dieses Kindheitserlebnis wieder zurueck in meim Gedaechtnis.