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Die Menschenrechte und die Religion

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Im Goldenen Zeitalter wäre man gefoltert und verbrannt worden, der Mensch wird als Mensch geboren, nicht als Jude, nicht als Christ und nicht als Angehöriger einer Religion, dazu wird er gemacht.

Präambel

Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet,

Artikel 1 (Freiheit, Gleichheit, Solidarität)

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Solidarität begegnen.

Artikel 2 (Verbot der Diskriminierung)

Jeder Mensch hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, etwa aufgrund rassistischer Zuschreibungen, nach Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

Was wird nicht alles im Namen der Menschenrechte verkündet und getan und die Wirklichkeit?

Wir müssen nicht heute am Internationalen Frauentag über Quotenregelungen in Staat und Gesellschaft diskutieren, die erste Vergewaltigung der Menschenrechte beginnt schon in den ersten Lebensmonaten nach der Geburt.

Niemand fragt ein Neugeborenes welche Religion es einmal auswählen wird und ob überhaupt, weil es das zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht entscheiden kann, das entscheiden die Eltern selbstherrlich und egoistisch und in einigen Staaten entscheidet die Staatsform, wohin man gehören muss.

Tradition, werden einige einwerfen, aber darf man aus Tradition jemanden vergewaltigen?

Nach den Regeln in der zivilisierten Welt, wie einige sie bezeichnen, wären die Gefängnisse voll mit Vergewaltigern, würde man allein nach den Menschenrechten urteilen.

Meine Eltern waren evangelisch, meine Großeltern auch und so wurde ich ohne meinen Willen äußern zu dürfen in meinen ersten Lebensmonaten evangelisch getauft, weil es Tradition war, denn meine Eltern waren eigentlich keine Kirchengänger, eher nur Kirchsteuerzahler.

Was wusste ich schon von von den Konsequenzen der Entscheidung meiner Eltern für mich zu diesem Zeitpunkt, nichts.

Nie besuchte ich eine Gottesdienst am Sonntag, einzig allein zu Weihnachten schickte mich meine Mutter in die Christnacht, damit sie ungestört den Gabentisch am Heiligabend vorbereiten konnte, nach den ersten vier Jahren Schulzeit folgte ich auch diesem Ansinnen nicht mehr.

Ich entschied selbst, meine Eltern ließen mir die Freiheit der Entscheidung und viele Jahre später erklärte ich offiziell meinen Kirchaustritt, in der DDR war das kostenlos, hätte ich mir einfach sparen können, wenn man mich nicht zur Taufe vergewaltigt hätte, was ich aber zu diesem Zeitpunkt logischer Weise nicht nicht wissen konnte.

Waren meine Eltern katholisch gewesen und hätten mich zum Katholiken gemacht, hätte ich wahrscheinlich den Papst um meine Entlassung bitten müssen.

Sicherlich ist der Begriff Vergewaltigung für eine Taufe von mir zugespitzt, denn er bezieht sich ja auf ein körperliche Handlung, abgemildert könnte man es nach dem Gesetz als Nötigung bezeichnen, aber wo ist die Grenze zwischen seelischer und körperlicher Vergewaltigung zu ziehen.

Geschadet hat mir körperlich der Tropfen Wasserleitungswasser aus dem Taufbecken nicht, seelisch aber schon, die finanziellen Auswirkungen bekam ich ja schließlich in der DDR nicht zu spüren und nach der Wende schützte mich dagegen meine Austrittserklärung.

Es ist schon so ein Ding mit den Menschenrechten, man bekommt sie nur auf dem Papier geschenkt, im wirklichen Leben muss man sie sich jeden Tag erkämpfen, da wirkt der alte Text,

„Es rettet uns kein höheres Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun, sich aus dem Elend zu erlösen muss man schon selber tun“, Amen!

Allen Frauen einen herzlichen Gruß zum Internationalen Frauentag!!