Ein Land in dem wir auch in zehn Jahren noch glücklich leben

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In den letzten 8 Jahren habe ich viel geschrieben, vielleicht mehr als in den ganzen 66 Jahren meines Lebens vorher, da habe ich mehr gelesen, unter anderem auch über die Schildbürger.

Seit einundzwanzig Jahren sehe ich von Ferne ein Land in dem diejenigen die Oberhand gewonnen haben, die hoch oben auf einem Baum, an dem Ast sägen auf dem sie selbst sitzen und begeistert auf den Moment warten, bis sie auf dem harten Boden der Realität ankommen, die sie selbst geschaffen haben.

Vor Jahren habe ich auf meinem Blog eine wahre Geschichte aus der DDR erzählt und ich will es heut nochmals tun, weil es so schön in die Zeit passt.

Es war einmal, als ich mich gerade anschickte Volkspolizist zu werden, als ich in unserem Amt Egon kennenlernte, er war Verkehrspolizist seit Jahren.

Er stammte aus den Nordbezirken der DDR, redete gern, war stolz auf sich selbst, rothaarig und stand gern im Mittelpunkt.

Er hatte eine Sächsin geheiratet mit einem Haus, vor dem ein grosser alter Baum stand. Wer ein Haus in der DDR besass, musste auch Handwerker sein und so schickte er sich eines Tages an diesen Baum zu verjüngen und einen der grossen Ästes zu beseitigen.

Strafzettel auszustellen hatte er gelernt, diesmal probierte er eine Säge, nach dem Motto von Reinhard Mey, man kann nicht, was man nicht übt.

Wer den Schaden hat braucht für den Spott nicht zu sorgen, am nächsten Tag meldete er sich zum Dienst krank.

Schnell verbreitete sich unter den Kollegen, Egon hat sich selbst dem Ast abgesägt auf dem er sass, sägte und fiel.

Humor ist wenn man trotzdem lacht, noch lachte man in unserem Amt, wir hatten noch unseren alten Amtsleiter, der dann wenig später von einem anderen selbst abgesägt wurde, der sein Studium in Moskau beendet hatte.

Nach dem achten Parteitag, da lachte man nicht mehr.

Die Zeit ist vergangen, wie die DDR und wir haben ein neues Deutschland, in dem seit der Wende Schritt für Schritt Egons Erben an der deutschen Eiche sägen, mit Erfolg, Schilda wird Wirklichkeit, Egon ist an der Macht.

Unsere Oma-Verteidigungsministerin erklärt der staunenden Öffentlichkeit, dass ein Panzer kein Rohr hat, dass in die Luft schiesst, ein Wirtschaftsminister ruft den Energienotstand aus, den er selbst mit verursacht hat, man propagiert Elektroautos für die Bevölkerung, aber schaltet die Kraftwerke ab, frei nach Gretas Wahlspruch, was brauchen wir die Sonne, am Tag ist es hell und in der Nacht scheint sie ohnehin nicht.

Galgenhumor, ich fühle mit diesem Land und seinen Menschen, seit 21 Jahren ist es nicht mehr mein Land, aber ich friere solidarisch mit dem Land, dem jemand einmal blühende Landschaften versprach und auf dessen Grab heute noch kein Grabstein steht und das Unkraut wächst.

Sag mir wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben, über Gräbern weht der Wind, wann wird man je verstehn!

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