Ministeramt oder Persoenlichkeit Cohn-Bendit und Macron

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Weltbuerger3

Nun hatte doch Cohn-Bendit nach dem Ruecktritt des franzoesischen Umweltministers die Moeglichkeit ihn zu beerben, Macron hatte es ihm angeboten, verlockend zwar, aber die Bedingung war unannehmbar.

Macron habe ihm gesagt: „Wenn du Minister bist, verlierst du deine Persönlichkeit. Willst du das?“

Wer Cohn-Bendit etwas kennt, er ist kein Joschka Fischer, fuer ihn ist persoenliche Freiheit mehr Wert als ein Ministeramt unter Macron, ich zumindest kann ihn verstehen. Wenigstens war Macron ehrlich, man muss es ihm zugute halten.

Gerade wieder sehen wir im Zusammenhang mit dem Verfassungsschutzpraesidenten, wie das Wolfsgesetz auch in Deutschland wirkt, schnell wird man zum Objekt der Jagd, es gibt zuviele Woelfe, die auf leichte Beute lauern.

Gerade merkt auch Seehofer das deutlich, aber er hat ein Plus vorzuweisen, die CDU unter Merkel braucht die CSU, eigentlich ist es ihr einziger stabiler Partner, der seinerseits im Spiel der Macht gern mit in Berlin am Tisch sitzt. Zusammen leben oder gemeinsam sterben ist die Devise. So pokert er auf seinem Innenministerposten mit Merkel und bisher konnte er sich das leisten, noch braucht sie ihn.

Macron braucht Cohn-Bendit nicht unbedingt, und wer holt sich schon einen unbequemen Gast in seine Wohnung, wird er sich im Stillen gedacht haben und so war er ehrlich, man kennt sich.

Wer seine Freiheit liebt, Prinzipien hat und eine Persoenlichkeit sollte sich diesen Schritt gut ueberlegen, ich kenne das aus eigener Erfahrung.

Ein roemischer Kaiser hat einmal gesagt, besser der Erste in meinem Dorf als der Zweite in Rom und so ist Bendits Erkenntnis nicht neu, aber ein derartiges Angebot ist natuerlich verlockend, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem man auch die Konsequenzen erkannt hat.

Wie verlockend war es, als man mir in den letzten Jahren der DDR anbot, nach Berlins Finanzministerium zu wechseln, vielleicht haette ich es trotz meiner Erfahrungen vorher auch getan und da rief mich eines Tages ein guter Freund an:

Du willst nach Berlin, Uwe, ich habe gerade deine Akte hier auf dem Tisch, natuerlich spiele ich mit dem Gedanken, sagte ich, stutzig machte mich seine Frage schon.

Weisst du, wir kennen uns lange genug, ueberlege dir das genau, du bist nicht der Typ dafuer, sie werden dich dort im Ministerium zermalen, denke an unseren gemeinsamen Freund Charly Braun.

Ich wusste was er damit meinte und ich erinnerte mich noch an den kleinen Mann mit der dunklen Sonnenbrille, die er staendig trug um das zucken seiner Augen zu verdecken, ja man hatte ihn kaputt gespielt und so war er nach Zittau gekommen.

Eine innere Stimme sagte mir, hoere auf den guten Rat und obwohl ich mir Bedenkzeit ausbat, stand mein Entschluss fest, eine weise Entscheidung wie sich kurze Zeit spaeter herausstellte, man hat mehr zu verlieren, als man gewinnen kann, ich bin kein Machtmensch um jeden Preis und besonders nicht um den Preis meiner eigenen persoenlichen Freiheit.

https://www.welt.de/politik/ausland/article181404098/Frankreichs-Regierung-Warum-Cohn-Bendit-Macron-eine-Absage-erteilt.html

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