Bundestagswahlen 2017, historisch in vielerlei Hinsicht- Federal elections 2017, historically in many aspects

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Ich habe gerade diesen Snapshot gewaehlt, weil ich auch ein bischen Lokalpatriot bin und Zittau meine Geburtsstadt ist. Sachsen hat gewaehlt, die AfD, es gibt viele Gruende, diese Partei zu waehlen und bestimmt viele Gruende sie abzulehnen, aber in einem ist man sich scheinbar einig, die grossen Versprechungen der Wendezeit, besonders durch die CDU, waren ein Hauch von Weihrauch, den man verbreitet hat, 27 Jahre der Luege scheinen einfach genug zu sein.

Statt neue Arbeitsplaetze zu schaffen, werden private Altenheime gebaut, nicht etwa weil man den aelteren Menschen etwas Gutes tun will, sondern weil man sich aus dem Sozialtopf ungeniert bedienen will.

In den Doerfern sind schoene sterile Einfamilienhaussiedlungen entstanden, die Strassen sind asphaltiert, die Drenagen, finanziert durch hohe Anschlussgebuehren, sind entstanden, Gaststaetten gibt es fast keine mehr und noch viel weniger Verkaufseinrichtungen fuer den taeglichen Bedarf.

Wo frueher die Haustueren offen standen, sind sie heute wegen den Diebstaehle und Einbrueche verschlossen und die sozialen Kontakte der Einwohner sind auf ein Mindestmass beschraenkt.

Arbeit gibt kaum noch und die wenigen jungen Menschen im arbeitsfaehigen Alter sind laengst weggezogen und die Aelteren, noch im arbeitsfaehigen Alter leben von Sozialhilfe und damit von der Gnade des Sozialamtes abhaengig und wie sich das anfuehlt, kann nur der nachempfinden, der schon einmal in den Genuss dieser Institution gekommen ist.

Das sind die bluehenden Landschaften von Kohl und Merkel, Deutschland ist Reich, die Einnahmen des Staates sprudeln unentwegt, aber wenig von dem Reichtum kommt dort an, wo er dringend gebraucht wuerde, Berlin ist weit weg und wie schon zu Hitlers und auch zu DDR- Zeiten und da spreche ich mit den Worten meiner Eltern, ein Tal der Ahnungslosen, der immer Vergessenen.

27 Jahre nach der Wende, wenig Hoffung auf Besserung, was wundert es dann, dass die Buerger mit Recht und auch die, die nach der Wende CDU und SPD ihre Stimme gegeben haben, sie ihnen heute verweigern. Ob die AfD der bessere Weg ist, darueber laesst sich streiten, aber fuer viele scheint es der einzige Weg zu sein, aus Mangel an wirklichen Alternativen und auch deswegen, weil sie keine andere Moeglichkeit mehr sehen, ihrem Aerger, ihrer Verzweiflung Ausdruck zu verleihen.

Die Bundestagswahlen 2017, auch wenn Frau Merkel wieder Kanzlerin geworden ist, zeigen eigentlich eine geradezu historische Niederlage der sogenannten Volksparteien, angefuehrt von der CDU/ CSU, der SPD im Besonderen und auch der Gruenen und besonders der Linken, auch wenn sie etwas zugelegt haben.

Die SPD hat bei der Wahl bewiesen, dass sie den Trend der europaeischen Sozialisten folgt, sie haben es sich selbst zuzuschreiben, da sie die sozialdemokratischen Prinzipien aufgegeben haben und von einer Arbeiterpartei zu einer Partei von Lobyisten mutierten, ihr Niedergang scheint folgerichtig.

Nicht nur Merkels Fluechtlingspolitik ist der Grund dafuer, dass die AfD gerade im Osten einen historischen Aufstieg erlebte und das drueckt sich auch darin aus, dass sie gerade in den Wahlkreisen siegte, in denen der Auslaenderanteil niedrig war, es muss also andere Gruende geben, die die Buerger dazu bewegen weiter Rechts zu waehlen.

Die Feierstimmung der CDU ist nur vordergruendig und kann nicht ueber die Verluste hinwegtaeuschen und auch nicht darueber, dass Frau Merkel schwere Zeiten ins Haus stehen, fas 100 AfD-Abgeordnete im Parlament da braut sich etwas zusammen, kein Grund die Siegestrompeten zu blasen.

Betrachtet man die Erfolge der AfD in Bayern, die der CSU fast 10 % ihrer Stimmen gekostet hat, signalisiert, auch hier geht es abwaerts. Das zu analysieren duerfte auch interessant sein. Viele der in den 80 iger Jahren von der Bundesregierung abgekauften Ausreisewilligen hatten ihr neues Zuhause in Bayern gefunden, man koennte spekulieren, dass viele von denen sich heute unter den AfD-Waehlern finden lassen, zugegeben eine Spekulation, die ich nicht mit Zahlen belegen kann, aber ich finde es nicht abwegig, da einen Zusammenhang zu ziehen, was sie heute dazu bewegt, dieser Frage sollte man nachgehen.

Das klassische 2-Parteien System aber scheint der Geschichte anzugehoeren, die AfD hat ihren Anteil darán, ist aber nur ein Teil der europaweiten Tendenz der letzten Jahre, fuer die, die noch bis kurz vor der Wahl gehofft und geglaubt haben, den Einzug der AfD in den Bundestag verhindern zu koennen, mag das Ergebnis ueberrascht haben, wer aufmerksam und unvoreingenommen die Entwicklung betrachtet hat, muss zu dem Schluss gekommen sein, dass 15 % fuer die AfD durchaus realistisch gewesen waeren, wenn sie sich nicht in der Parteispitze in Grabenkaempfen verloren haetten, vielleicht ein Gluecksfall, Petry war jedenfalls nicht die Person, die den Wahlkampf bestimmt hat und wie ich schon in einem anderen Beitrag geschrieben habe, sie hat nicht die Fuehrungsqualitaeten, um zu siegen, den Beweis hat sie schon in der ersten  Pressekonfernz geliefert.

Die AfD wird jetzt beweisen muessen, dass sie faehig und willens ist, Verantwortung zu uebernehmen, aber ich bin mir sicher, die Regierungsparteien werden alles Moegliche und Unmoegliche an Steinen aufbieten, ein Zuckerlecken wird es nicht werden.

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