Sind Polens Reparationsforderungen nur die Spitze des Eisberges? – Are Poland’s reparation claims only the tip of the iceberg?

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In meinem Artikel hier auf WordPress „Noch ist Polen nicht verloren, oder doch?“, vom Juli 2017 habe ich mich bereits zu diesem Thema geaeussert, nun soll ein Gutachten der Polnischen Regierung ihre Forderungen legitimieren.

So wie ich die Sache jetzt sehe, holen uns jetzt die Versaeumnisse aus dem Wiedervereinigungsprozess von 1990 unaufhaltsam ein. Der 2+4 Vertrag ist kein Friedensvertrag, die Bundesrepublik ist nur eine Verwaltungsorganisation, Deutschland hat keine Verfassung und somit sind die Reparationszahlungen mit den vier Siegermaechten zwar vom Tisch und die haben sich ohne Zweifel an Deutschland schadlos gehalten, aber viele der kleinen Staaten sind ins Hintertreffen geraten.

Kohl, Schaeuble und andere haben gedacht, mit dem kuehnen Schachzug, die Klaerung auf den Sanktnimmerleinstag zu verschieben und Deutschland einfach in einer Europaeischen Republik verschwinden zu lassen und damit verschwinden auch die anderen Probleme , erweist sich jetzt als ein historischer Irrtum mit nicht kalkulierbaren Folgen fuer Deutschland.

Da kommt mir doch gestern ein Artikel aus der FAZ vom 31.08.2o17 unter die Augen unter dem Titel „Wer ist schuld am Judenmord in Iasi?“

In Sachen Wiedergutmachung hat sich die Bundesregierung zu einer überfälligen Geste von historischer Dimension durchgerungen und den einstigen jüdischen Einwohnern der im Nordosten Rumäniens gelegenen Stadt Iaşi eine Entschädigung zugestanden. Die Vereinbarung ist Teil eines größeren Abkommens mit der Jewish Claims Conference (JCC), das im Rahmen der jüngsten, seit zweieinhalb Jahrzehnten jährlich stattfindenden Folgeverhandlungen zur sogenannten Artikel-2-Vereinbarung von 1992 abgeschlossen wurde. Letztere war als Zusatzprotokoll zum deutschen Einigungsvertrag getroffen worden und dient als Grundlage für Entschädigungszahlungen, die jüdischen Schoa-Opfern in kommunistischer Zeit verweigert wurden.“

Ich denke nicht viele Menschen in unserem Land haben den Artikel gelesen, viel weniger kennen sie den Ort in Rumaenien, an dem dieses Massaker im Juli 1941 stattgefunden hat. Auch werden viele da keinen Zusammenhang zum Deutschen Einigungsvertrag sehen und noch viel weniger werden sie aus dem Vertragstext einen Zusammenhang herauslesen, aber seit mehr als 25 Jahren laufen Verhandlungen ueber Entschaedigungszahlungen durch das Finanzministerium auf der Grundlage einer Zusatzvereinbarung. Schon lange behaupten boese Zungen, es gibt Zusatzprotokolle zum Einigungsvertrag, aber keines dieser offensichtlich bestehenden Protokolle wurde je veroeffentlicht, was verschweigt man uns den eigentlich noch alles?

72 Jahre nach diesem unseligen Krieg zahlen Vaeter, Kinder, Enkelkinder und Urenkel zu Recht oder zu Unrecht, wie in diesem Fall aus Rumaenien, wo Deutsche nachweislich garnicht beteiligt waren. Eins macht mir dabei Sorgen, was den rumaenischen Juden Recht ist sollte auch in Polen gelten und so sind wir beim eigentlichen Kern des Problems, diesem deutschen Staat, der sich zu unrecht Bundesrepublik Deutschland nennt, weil es nach der einfachen Logik des Einigungsvertrages nach Inkrafttreten weder eine Bundesrepublik Deutschland noch eine DDR geben duerfte.

Nun ist die sogenannte Jewish Chaim Converence seit Anfang der fuenfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts fleissig dabei Restitutionsansprueche an beide fruehere deutsche Staaten zu richten, ob sie Restitutionen aus dem Bereich der ehemaligen alliierten Goldkommission erhalten hat ist mir nicht bekannt, denn niemals hat es einen oeffentlichen Bericht dieser Kommission gegeben, der darueber Aussagen trifft, wieviel Gold durch die Alliierten nach dem Krieg sichergestellt hat und wie sie verwendet wurden.

Es gibt irgendwo Bilder, die die Amerikaner gemacht haben, die Berge von Schmucksachen, Brillengestelle aus Gold, Ringe und Diamanten in den Kellern der Reichsbank gefunden haben, die noch nicht bei der Degussa zum Einschmelzen gelandet waren und ich glaube nicht, dass sie an ihre vielleicht toten Eigentuemer zurueckgegeben wurden, vielleicht sollte man von Seiten dieser Organisation der Juden die Frage an die USA, Frankreich, Grossbritannien und Russland richten, ich denke es ist hohe Zeit endlich reinen Tisch zu machen, 72 Jahre sind genug.

Alle Forderungen der Alliierten, alle Beschluesse der Alliierten Kontrolkommission haben wir in unsere Gesetze einfliessen lassen und wir haben sie erfuellt und erfuellen sie noch, auch wenn sie schon einen Geruch von Verwesung ausstrahlen, Deutsch ist Deutsch, da helfen keine Pillen. Ob Polens Anspruch auf Reparationen Aussicht auf Erfolg hat ist fraglich, aber fuer die beiderseitigen Beziehungen und fuer die EU duerfte es kein gutes Zeichen sein, Ablehnung von deutscher Seite ohne klaerende Gespraeche ist bestimmt nicht der richtige Weg die Probleme aus der Welt zu schaffen.

http://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/warschau-spielt-die-antideutsche-karte/ar-AArT9Mo?li=AAaxdRI&ocid=spartanntp

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