In eigener Sache- Mein Geburtstag

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Uwe und Mayra

Es eilt die Zeit im Sauseschritt, es eilt die Zeit, wir eilen mit.“

Heute ist mein achtundsechzigster Geburtstag, kaum zu glauben wie schnell die Zeit vergangen ist, an meine Geburt kann ich mich nicht erinnern, normal, wer kann das schon, lueckenhaft sind die Erinnerungen der folgenden Jahre, die rauchgeschwarezte Decke in der Kueche meiner Eltern, die glaeserne Petroleumlampe in der Ecke am Fenster und der eiserne Kuechenherd, der der einzige Waermespender war. Auch das alte Blaupunkt Radio aus den dreissiger Jahren ist mir in Erinnerung geblieben, welches sich auf eine Bord, das an der Wand befestigt war, befand, einziges Verbindungsglied mit der Welt, ich habe es spaeter zu einem Amateurrundfunkempfaenger umgebaut, der mir die Signale des ersten Sputniks hoerbar machte, das war 10 Jahre spaeter.

Es war ein altes Haus, das seine bestimmt 200 Jahre auf dem Buckel hatte, 2 stoeckig mit einem Giebel auf der Strassenseite der 12 Meter hoch war und mit Schiefern verkleidet, mein Grossvater hatte es Anfang der dreissiger Jahre fuer meine Mutter gekauft als sie heirateten, mit einem na sagen wir, Gemischtwarengeschaeft in dem man so ziemlich alles kaufen konnte, was im Ort gebraucht wurde, von Petroleum ueber Farben bis Schuhen, Porzellan und natuerlich Lebensmittel. Heizung gab es nicht, und so war es im Winter nicht ganz einfach, ein bisschen Waerme in die Raeume zu bringen, denn damals gab es noch Winter bis zu 30 Grad unter Null und Schneehoehen von bis zu 2 Meter, so dass es manchmal erst mit einer Schaufel gelang am Morgen auf unsere im Hof befindliche Trockentoilette zu gelangen. Bettwaermer aus Kupfer bereitete meine Mutter jeden Abend um die klammen Betten anzuwaermen. Unter diesen Bedingungen war es natuerlich, dass ich in meinen ersten Jahren viel mit Erkaeltungskrankheiten zu kaempfen hatte.

Mein Vater, aus der Kriegsgefangenschaft zurueckgekommen laborierte noch bis in die fuenfziger Jahre an einer Malaria, die er sich in den rumaenischen Suempfen zugezogen hatte, deren Fieberanfaelle seine Koerpertemperatur bis auf mehr als 40 Grad ansteigen liess, so waren in diesen Jahren aus die Chinin-Tabletten aus seinem Leben nicht wegzudenken, erst Ende der fuenfziger Jahre verloren sich diese Synptome gluecklicherweise. Ein Gutes hatte die Malaria doch, sie verhinderte, dass er mit seiner Einheit Stalingrad eingeschlossen wurde und dass er diesen Krieg relativ unbeschadet ueberlebte, was anderen seiner Kameraden nicht vergoennt war, andernfalls staende mein Geburt nur in den Sternen So gehoere ich zu der Nachkriegsgeneration und kenne alles andere nur aus Erzaehlungen und aus Buechern, obwohl die Auswirkungen in der Nachkriegszeit mich nicht damit verschonten.

Dass ich mal meine Zelte in Guatemala aufschlagen wuerde ist wahrscheinlich ein Werk der Vorsehung und das ich mich nochmal verheiratet habe wahrscheinlich auch. Neu anzufangen war fuer mich niemals ein Problem, es ist Teil meines Lebens, immer auf der Suche nach Neuem, unbekannten und ich bin nicht ungluecklich darueber und so wird mein Leben frueher oder spaeter in der gleichen Weise enden wie ich gelebt habe, auch das wird eine neue Erfahrung sein.

 

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      • Leider hast Du in deinem obenstehenden Beitrag In eigener Sache- Mein Geburtstag
        Veröffentlicht am 7. Mai 2016 von Uwe Ullrich geschrieben heute ist mein Geburtstag…

        Das hat mich verwirrt, eigentlich war ich ja ursprünglich auf Montag den 8. aus, aber wenn das Geburtstagskind klar und deutlich am 7.Mai verkündet: „Es eilt die Zeit im Sauseschritt, es eilt die Zeit, wir eilen mit.“ Heute ist mein achtundsechzigster Geburtstag, kaum zu glauben wie schnell die Zeit vergangen ist…, dann passieren halt solche Pannen.

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      • Hast recht Gerald, die Zeit vergeht schnell, aber ich habe noch viel zutun. Gesundheitlich kann ich nicht klagen und das ruhige Leben hier laesst meinen Geist leben..

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